Monatsarchiv: November 2011

Neue Seite

Liebe LeserInnen,

vielleicht wisst Ihr es schon, vielleicht ist es für Euch neu: Ich fotografiere ziemlich gerne in meiner Freizeit. Damit ich nicht immer überlegen muß, wo ich Fotos unterbringe oder darüber schreibe, gibt es jetzt eine neue Seite nur für meine Fotoerfahrungen und Ergebnisse arnimw.de - also guckt doch mal vorbei!
 

Kommentare deaktiviert

Eingeordnet unter Uncategorized

Haare

Damit man den folgenden Eintrag versteht, muß man etwas über meine Haare wissen: Ich war nie der Typ mit den vielen, dicken, dunklen Haaren. Eigentlich waren sie immer relativ dünn (Durchmesser) und auch eher blond. Damit war das Thema Frisur in den letzten 37 Jahren nicht wirklich vorhanden. Nun kam es so, daß sich bei mir mit ca. 18 Jahren die sogenannten Geheimratsecken ausgebildet haben – erst wenig, dann immer mehr. Da ich aber wie gesagt nie groß über das Thema Frisur nachgedacht hatte, waren meine Haare eigentlich seit meinem 19 Lebensjahr (oder so) immer kurz. Nun ist es aber so, daß “kurz” ja auch nicht in Millimetern definiert ist. In den letzten Jahren habe ich mich von immer mehr meiner Haare verabschiedet und in dem Zusammenhang wurden die verbliebenen dann auch immer kürzer geschnitten.

Als ich von Göttingen nach Hamburg gezogen war (2008), brauchte ich also auch einen neuen Frisör und landete bei “Schnitt und mehr” im Eppendorfer Weg. Alls war super, wenn man davon absieht, daß es schon immer schwierig war, dort einen Termin zu ergattern. Als ich nun neulich vor unserem Urlaub noch mal eben schnell meine Haare schneiden lassen wollte, war ich bei einer neuen Kollegin und musste doch nach 37 Jahren das erste Mal zum Nachschneiden hingehen! Bisher kannte ich das Wort nur aus Erzählungen. Aber der Blick in den Spiegel und meine Hand sagten mir, daß ich an der rechten hinteren Ecke meiner Restfrisur doch tatsächlich deutlich zu lange Haare hatte.

Ich weiß nicht, ob dieses Erlebnis ausschlaggebend war, oder ob es der dauernde Kampf um einen Termin war, aber ich habe den Frisör gewechselt. Spontan! Und wenig zielgerichtet. Und das kam so: Auf dem Weg von der Arbeit (Königstraße, Altona) zum U-Bahn St. Pauli gehe ich meistens durch die Seilerstraße, weil die Touris und manchmal auch die Punks auf der Reeperbahn echt nerven können. In der Seilerstraße gibt es einen Laden, der mir ob seines lustigen Namens schon ein paar Mal aufgefallen war: Kiezschnitte.

Also saß ich eines Tages im Büro und mir kamen die Worte meiner Frau ins Gedächtnis “…könntest auch mal wieder zum Frisör gehen…”. Spontan wollte ich in meiner Mittagspause einen Frisörbesuch einbauen. Nur wo? Kiezschnitte! Ich machte mich auf den Weg und bekam Zweifel. “Das ist doch so ein Laden in dem immer so Leute mit richtigen Frisuren sitzen” – “Die haben alle Gelfrisuren” – “Die lachen mich doch aus” waren meine Gedanken. Aber ich ließ mich nicht beirren und ging rein.

Erste Gedanken: Oh, 50er Jahre. Oh, Elvis Bilder. Oh, Elvis Musik! Ohoh.. nicht Dein Laden. Rückzieher sind nicht so unbedingt mein Ding und daraum entschied ich mich für die Flucht nach vorn.

Ich: “Moin. Könnt Ihr mir spontan die Haare schneiden?”

Kunde (Haare! Dunkle, dicke Haare, 50er Jahre Elvis Frisur) guckt mich an.

Kundin, lange, rote Haare, ignoriert mich.

Frisörin1, klein blond, 50er Jahre Outfit, lächelt.

Frisörin2, klein, dunkelblond, 50er Jahre Outfit, Binde am Arm mit der Aufschrift “Kiezschnitte”, lächelt und sagt:  Klar, meine Kollegin macht das gleich!

Ich war irgendwie erleichtert und nahm auf einem der 50er Jahre Stühle Platz. Warten. Im Internet surfen. Warten.

Frisörin1: Kann losgehen! Was darfs denn werden?

Ich: Alles ab. Mit der Maschine bitte.

Frisörein1: Ohne Aufsatz?

Ich: Ab. Ohne Aufsatz.

Neben mir bekam der Kunde mit der Frisur noch eine Beratung zum Thema Pomade. Ich hörte interessiert zu. Es Thema mit dem ich mich wirklich noch nie beschäftigt hatte. Die Kiezschnitte hat offensichtlich eine seeeeehr große Auswahl an verschiedenen Pomaden. Bei mir lief alles prima und ich war zufrieden – auch ohne Pomade.

Neulich musste ich mal wieder hin und es lief ähnlich (nur nicht in der Mittagspause sondern abends).

Ich: “Moin. Könnt Ihr mir spontan die Haare schneiden?”

Kiezschnitte grinst und sagt: “Na, viel ist ja nicht zu tun bei Dir. Setz Dich.”

Es lief wie das erste Mal. Schnell, gut, sogar mit Wäsche und echt günstig.

Fazit: Prima Laden, lustige Leute, gute Arbeit. Eine klare Hingehempfehlung von mir! Auch wenn ich nichts von Frisuren und Pomade verstehe.

P.S.: Das Foto zeigt übrigens zur Veranschaulichung meinen Kopf.

Kommentare deaktiviert

Eingeordnet unter Arnim und Hamburg, das Leben, St. Pauli